Nuss-Pudding-Törtchen mit Eierlikör

Kann man eine Torte ganz ohne Küchenmaschine backen? Ja, das geht, denn der Teig für den Boden wird nur geschüttelt und die Füllung nur gerührt. Lediglich zum Sahne steif schlagen benötigt man ein Rührgerät. Ein bisschen seltsam war es für mich schon, ganz ohne meine geliebte KitchenAid zu backen, denn mittlerweile ist es wirklich zum Ritual geworden, dass sie mindestens ein Mal pro Woche läuft.

Ich fange meist einen Tag vorher mit dem Törtchen an, backe die Böden, stelle die Füllung her und staple bereits alles. So hat die Füllung über Nacht im Kühlschrank genug Zeit um fest zu werden. Am nächsten Tag dekoriere ich dann nur noch fertig. Bei dem Nusstörtchen wirkte die Puddingfüllung ein bisschen instabil zwischen den Böden, aber meine Sorge war völlig unbegründet. Das Törtchen hat die kurze Autofahrt problemlos überstanden und blieb auch beim Anschnitt so stehen, wie es sollte. Ich muss ja wirklich zugeben, dass ich mit einer Torte im Auto vorsichtiger fahre, als wenn ich einen Beifahrer dabei habe. Auch wenn ich nur fünf Minuten fahre, so bin ich immer leicht nervös, ob alles ganz ankommt.

Ich bin ja eigentlich ein großer Fan von Biskuitböden, weil sie schnell zu backen sind und so schön luftig leicht zwischen der Füllung liegen, aber der Schüttelteig ist wirklich auch sehr lecker und mal etwas anderes. Natürlich kann man ihn nicht mit Biskuit vergleichen, denn er erinnert schon mehr an Nusskuchen und hat eine festere Konsistenz, aber in Kombination mit der Puddingcreme harmoniert dieser einfach perfekt. Und was passt denn besser in den Herbst als ein Nusstörtchen?

An den Schüttelteig habe ich etwas Abrieb einer Tonkabohne gegeben, das ist aber kein Muss. Der Geschmack ähnelt ein bisschen der Vanille und trotzdem finde ich ihn unbeschreiblich. Tonkabohne verwende ich am liebsten in den kühleren Monaten, sie verströmt bereits beim Backen einen wohligen Duft in der Küche. Neben Vanille erinnert sie auch an Bittermandeln und Süßholz. Vor einigen Jahren war mir die Tonkabohne noch vollkommen unbekannt, aber mittlerweile findet man sie in jedem gut sortierten Supermarkt. Oftmals wird sie wie Vanillezucker in kleinen Tütchen verkauft oder man findet sie in ihrer ursprünglichen Form bei den Gewürzen.

Der Puddingcreme habe ich noch einen guten Schluck Eierlikör hinzugefügt, dieser ist auch sehr gut heraus zu schmecken. Für eine alkoholfreie Variante kann der Eierlikör einfach durch Milch ersetzt werden. Bei der Deko habe ich es für meine Verhältnisse ein bisschen schlicht gehalten. Ich habe das Törtchen mit Sahne eingestrichen, ein paar Sahnetuffs oben drauf gesetzt, ein wenig Krokant an den unteren Rand gegeben und noch ein paar Schokoladenblätter darauf gelegt, fertig war das Törtchen für den Kaffeetisch.

Nuss-Pudding-Törtchen mit Eierlikör
(Springform 18 cm)

Schüttelteig
75 g gemahlene Haselnusskerne
100 g Butter
50 g Marzipan-Rohmasse
100 g Mehl
1 Pck. Vanillepuddingpulver
2 TL Backpulver
75 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Prise Salz
2 Eier
50 g Eierlikör
1 Tonkabohne (optional)

Puddingcreme
1 Pck. Vanillepuddingpulver
40 g Zucker
400 ml Milch
100 g Eierlikör
50 g Butter

Deko
200 g Schlagsahne
1 Pck. Vanillezucker
1 Pck. Sahnesteif
etwas Haselnusskrokant
Schokodekor

– die Haselnusskerne in einer Pfanne ohne Fett leicht bräunen und auf einem Teller erkalten lassen
– Marzipan klein schneiden
– die Butter in einem kleinen Topf zerlassen und das Marzipan darin auflösen
– Backofen auf 180° C Ober- und Unterhitze vorheizen
– Mehl, Vanillepuddingpulver, Backpulver, Zucker, Vanillezucker und die Prise Salz (optional die Tonkabohne dazu reiben) in eine verschließbare Schüssel geben und alle trockenen Zutaten miteinander vermischen
– Eier, Eierlikör und die Butter-Marzipan-Mischung hinzufügen
– die Schüssel verschließen und mehrmals kräftig schütteln, so dass alle Zutaten gut vermischt sind
– die gemahlenen Haselnusskerne dazu geben und alles mit einem Teigschaber vermengen
– die Springform mit Backpapier auslegen
– den Teig in die Springform füllen und glatt streichen
– auf dem Rost im unteren Drittel für etwa 45 Minuten backen (Stäbchenprobe machen!)
– die Form etwa 10 Minuten abkühlen lassen, dann die Springform lösen und den Boden auskühlen lassen

– Vanillepuddingpulver und Zucker mit etwa 6 EL Milch verrühren
– die restliche Milch mit dem Eierlikör aufkochen und vom Herd ziehen
– die angerührte Puddingmischung hinzugeben und nochmals für eine Minute aufkochen
– die Butter unter den warmen Pudding rühren

– den ausgekühlten Boden zweimal durchschneiden, so dass drei gleiche Böden entstehen
– den ersten Boden auf eine Tortenplatte legen und den gesäuberten Springformrand darumstellen
– die Hälfte der warmen Puddingcreme darauf verteilen
– den zweiten Boden darauf legen
– die restliche Puddingcreme darauf verteilen
– den dritten Boden darauf geben und leicht andrücken
– die Torte nun für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank stellen

– Schlagsahne mit Vanillezucker und Sahnesteif steif schlagen
– etwa 5 EL davon in einen Spritzbeutel geben
– den Springformrand von der Torte lösen und die Torte mit der Schlagsahne einstreichen
– die Torte mit dem Haselnusskrokant dekorieren
– mit der übrigen Schlagsahne Tupfen auf die Torte setzen
– nach Belieben mit Schokodekor verzieren

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